Schwet­zinger Zeitung vom 3.12.2003

Ste­hende Ova­tio­nen für ein außergewöhn­liches Klangerlebnis

Adventskonz­ert des Sänger­bunds 1897 Reilin­gen begeis­tert in ausverkaufter St. Wen­delin Kirche Reilingen.

„Der Sänger­bund hat sich von seiner besten Seite gezeigt“, sagte Klaus Siefert, der seit 20 Monaten den Tra­di­tion­schor leitet, am Son­ntagabend unmit­tel­bar nach dem ersten großen gemein­samen Auftritt. „Die Freude ist natür­lich groß, wenn etwas gut gelingt — und den Geschmack der Leute trifft.“ Der lange andauernde und über­wiegend im Ste­hen darge­botene Applaus des Pub­likums in der ausverkauften St. Wen­delin Kirche legte ein­drucksvoll Zeug­nis ab für die begeis­ternde Wirkung dieses außergewöhn­lichen Adventskonz­erts.

Nicht nur in einem Reilinger Gotte­shaus sel­ten zu hörende Klänge intonierte das Spey­erer Kam­merorch­ester: Die knapp 30 Instru­men­tal­is­ten unter der Leitung von Diethard Laxa eröffneten mit einem Satz aus der Sym­phonie Nr. 7 in d-​moll (alle­gro) von Felix Mendelssohn-​Bartholdy den mit viel Fin­ger­spitzenge­fühl von Klaus Siefert aus­gewählten Reigen von Werken aus Barock und Roman­tik. Auf den imposan­ten Auf­takt fol­gte das getra­gene „Panis angeli­cus“ von Cesar Franck. Das kon­trastre­iche Wech­sel­spiel zwis­chen Chor und Sopran (Josefa Kreimes) sowie die Klavier­be­gleitung (Werner Planck) waren für dieses Stück ebenso kennze­ich­nend wie für das anschließende „Dank sei Dir, Herr“ von Georg Friedrich Hän­del.

Bere­its bei seinem ersten alleini­gen Auftritt des Abends präsen­tierte sich der rund 40 Mann starke, große Chor des Sänger­bunds als eine har­monis­che Ein­heit. Nach seinem engagierten Vor­trag von „Herr, gib uns Frieden“ bre­it­eten die Stre­icher des Kam­merorch­esters einen Klangtep­pich aus für die glock­en­klare Stimme der Hock­en­heimer Sän­gerin Josefa Kreimes, die bei „Salve Regina“ (von Mendelssohn) auch die höch­sten Höhen sicher meis­terte. Mit einem weit­eren Satz aus Mendelssohns Sym­phonie Nr. 7 in d-​moll (alle­gro molto) sorgten die Spey­erer Musiker für einen furiosen Abschluss des ersten Pro­grammteils.

Eine auch in Europa wei­thin bekan­nte und sehr beliebte Musikrich­tung der Neuen Welt sind Gospels. Der kleine Chor des Sänger­bunds („Friends of …“) zollte mit „Amen“, „O happy day“, „Mary had a baby“ und „Kum ba yah, my lord“ der unverkennbaren Harmo
nik und Rhyth­mik dieser von Sklaven entwick­el­ten Gesangskunst ein­drucksvoll Tribut. Zugle­ich ver­wiesen die knapp 20 Sänger, unter denen Volker Wick­en­heißer (Tenor I), Dieter Jacoby (Bass I) und Dieter Heiler (Bass II) als Solis­ten her­vor­traten, erst­mals auf das Ereig­nis, auf das die Adventszeit ein­stim­men soll: Christi Geburt. Dieselbe klang erneut bei „Bur­den down“ und „Roll, jor­dan, roll“ an — vom Gesamtchor mit ganzem Kör­pere­in­satz vor­ge­tra­gen und durch einen Solopart von Klaus From­mann gewürzt.

Im eigentlich adventlichen Teil des Konz­erts nahm der Lobpreis „Chris­tum“ eine beson­ders feier­liche Form an, die mit ihrer aus­geprägten Melodik zugle­ich an große Film­musiken erin­nerte. Für die auf­fäl­lig­sten Töne sorgten dabei die auf aus­drück­lichen Wun­sch Klaus Sieferts von Diethard Laxa engagierten drei Bläser. Flöte, Oboe und Klar­inette bewiesen bei „Es kommt ein Schiff‚, „Maria durch ein Dorn­wald ging“, „Lieb Nachti­gall, wach‘ auf‚, „Vom Him­mel hoch ihr Englein kommt!“ und „Kommt und lasst uns Chris­tum ehren“ aus der gle­ich­nami­gen Adventskan­tate, dass sich die Zusatz­in­vesti­tion für den Sänger­bund lohnte. Dabei trat der Chor selbst ein­mal mehr volu­minös her­vor und har­monierte überdies glänzend mit Orch­ester und Sopranistin.

Abschluss und Höhep­unkt des Adventskonz­erts bilde­ten fünf Europäis­che Wei­h­nacht­slieder, bei denen alle Mitwirk­enden nochmals in Erschei­n­ung traten. Auf­fal­l­end war hier­bei, die sehr klare Artiku­la­tion, mit welcher die Sänger die alpen­ländis­chen Stücke „Christ­met­ten­ruf‚ und „Heut‘ strahlen Engelein“ dar­brachten. Nach dem angel­säch­sis­chen „Am Wei­h­nacht­stag“ und dem deutschen „Was soll das bedeuten“ erk­lang das freudige und mit seinem wieder­holten „Glo­ria in excel­sis deo“ sicher­lich bei etlichen Zuhör­ern eine Gänse­haut aus­lösende „Engel haben Him­mel­slieder“ aus dem Nach­bar­land Frankre­ich.

Das Pub­likum bedankte sich mit einem stür­mis­chen, Minuten andauern­den Applaus bei Chor, Orch­ester, Bläsern und So
lis­ten für deren her­vor­ra­gende Leis­tun­gen. Diesen gelang schließlich mit der Zugabe „Hört, ihr Herrn“ tat­säch­lich eine nochma­lige Steigerung an Vir­tu­osität und Lobpreis, welche die Konz­ertbe­sucher zu ste­hen­den Ova­tio­nen veranlasste.


Rein­hard Lehr, der Vor­sitzende des Sänger­bunds, zeigte sich hoch erfreut über die gelun­gene Ver­anstal­tung und darüber, dass neben vie­len Reilingern auch Bürger aus dem Umland — aus Hock­en­heim, Wies­loch und Speyer — so zahlre­ich den Weg in die Katholis­che Kirche gefun­den haben. „Die Sänger haben eben­falls gut mit­ge­zo­gen. Die Proben war sehr gut besucht“, sprach Lehr seinem „Team“ ein Lob aus. Und Diethard Laxa war nicht nur von der Zusam­me­nar­beit mit den Reilinger Sanges­fre­un­den begeis­tert („Wir wur­den sehr gut aufgenom­men“), er wusste auch die Akustik in der St. Wen­delin Kirche zu schätzen und zeigte großes Inter­esse daran, an Ort und Stelle wieder ein Konz­ert zu geben.

Chris Berger Schwet­zinger Zeitung


Reilinger Nachrichten Nr. 49 vom 4.12.2003

Ein außergewöhn­liches Klangerlebnis

Der erste Auftritt des Sängerbundes Reilingen gemeinsam mit dem Speyerer Kammerorchester gelang bestens.„Der Sänger­bund hat sich von seiner besten Seite gezeigt“, sagte Klaus Siefert, der seit 20 Monaten den Tra­di­tion­schor leitet, nach dem ersten gemein­samen Auftritt des Sänger­bun­des mit dem Spey­erer Kam­merorch­ester im Reilinger Gotte­shaus. Klaus Siefert hatte einen Reigen von Werken aus Barock und Roman­tik aus­gewählt. Auf den imposan­ten Auf­takt fol­gte das getra­gene „Panis angeli­cus“ von César Franck. Das kon­trastre­iche Wech­sel­spiel zwis­chen Chor und Sopran (Josefa Kreimes) sowie die Klavier­be­gleitung (Werner Planck) waren für dieses Stück ebenso kennze­ich­nend wie für das anschließende „Dank sei Dir, Herr“ von Georg Friedrich Hän­del. Bere­its bei seinem ersten alleini­gen Auftritt des Abends präsen­tierte sich der rund 40 Mann starke große Chor des Sänger­bun­des als eine har­monis­che Ein­heit. Nach seinem engagierten Vor­trag von „Herr, gib uns Frieden“ bere­it­eten die Stre­icher des Kam­merorch­esters einen Klangtep­pich aus für die glock­en­klare Stimme der Hock­en­heimer Sän­gerin Josefa Kreimes, die bei „Salve Regina“ (von Mendel­sohn) auch die höch­sten Höhen sicher meis­terte. Der kleine Chor des Sänger­bun­des („Friends of…“) zollte der Rhyth­mik der Gospels ein­drucksvoll Tribut. Unter den 20 Sängern traten Volker Wick­en­heißer (Tenor), Dieter Jacoby (Bass I) und Dieter Heiler (Bass II) als Solis­ten hervor.

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